Physiotherapie für einen gesunden Hund.

Blutegeltherapie

Die Hirudotherapie – Blutegeltherapie ist seit mehreren tausend Jahren in fast allen Kulturen bekannt. Sie kann bei Beschwerden, aber auch als Blutreinigung-Kur und Prophylaxe angewendet werden.

Die in Europa für Heilzwecke am meisten verwendeten Unterarten sind die Hirudo medicinalis und Hirudo verbana.

In der Freiheit lebende Blutegel hängen sich an Wildtiere, die im Wasser leben. Man sagt, dass dort, wo der Egel beisst, ein Krankheitsherd ist. Es wird berichtet, dass kranke verletzte Tiere extra ein blutegelreiches Gewässer aufsuchen, um dort eine heilsame Behandlung zu erhalten.

Dank den Chemo-, Thermo- und Berührungsrezeptoren über den ganzen Körper des Blutegels, erhält dieser Informationen über die Beschaffenheit der Haut und ev. Toxinausscheidung.

Der Biss des Blutegels wird nicht als besonders schmerzhaft empfunden. Dieser ist zu vergleichen mit der Berührung einer Brennnessel oder einem Stich eines kleinen Insekts.

Sobald sich der Egel festgebissen hat, sollte man ihn am Tier lassen, bis er von selber abfällt. Dies kann zwischen 15-60 Minuten, teilweise sogar noch viel länger dauern! Der Egel darf auf gar keinen Fall gewaltsam entfernt werden, denn durch den Stress könnte er erbrechen und das sich im Magen befindende Aeromonas-Bakterium würde in die Wunde gelangen.

Der Speichel der Blutegel enthält über 100 verschiedene Enzyme, die er während dem Saugen und Loslassen abgibt.

Wirkung der Enzyme

  • hemmt Blutgerinnung
  • leicht antibiotisch
  • Erhöhung der Kappillardurchlässigkeit
  • antithrombotisch, trombolytisch, fibrinolytisch
  • verbesserten Lymph- und Schlackenabtransport
  • Verbesserung der Fliessfähigkeit des Blutes
  • Kollagen aktivierend
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • teilweise wachstumsfördernd für Neuriten
  • verbessert Wundheilung
  • entkrampfende Wirkung

Indikationen

  • Hyperthonie
  • Dikopathie (Dackellähme)
  • Ataxie
  • Hüftdysplasie
  • Nervenentzündungen
  • Schlechte Wundheilung, Narbenbehandlung
  • Ohrekzem
  • nach Kastration
  • Spondylose
  • Tendinitis, Tendovaginitis
  • Hämatome, Ödeme
  • Penostitis
  • Arthrose, Arthritis
  • Rheuma
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Hautveränderung
  • Leckekzem
  • Kreuzbandverletzung
  • Eitrige Wunden, Abszesse, Furunkel
  • Akute und chronische Entzündungen
  • Muskelschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Wirbelsäulenbeschwerden
  • Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen
  • Muskelfaserrisse
  • Verhärtung der Muskulatur (Myogelosen)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitits)
  • Durchblutungsstörungen
  • Chronische Schmerzen: Rücken-, Nacken-, Schulterbeschwerden
  • Hufrehe

Kontraindikationen

  • Tiere unter 10 Kg
  • Anämie (Blutarmut)
  • Arteriellen Verschlusskrankheiten
  • Cortison-Dauerbehandlung
  • Leukämie
  • bei geschwächtem Immunsystem
  • geschwächte Tiere
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Blutgerinnungshemmende Medikamente
  • Blutverdünnung
  • Trächtigkeit
  • Leber-/Nierenerkrankungen
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Fieber
  • Infektiöse Hautkrankheiten
  • Diabetes mellitus
  • Viruserkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • Kachexie (Unterernährung)
  • Magengeschwüre
  • Histaminallergie
  • Bösartige Tumore
  • Schmerzmittel wie Equipalazon oder Butazolidin

Durch die herabgesetzte Blutgerinnung blutet die Bissstelle noch bis zu 12 Stunden nach. In dieser Zeit verliert der Wirt durch Nachblutung nochmals bis zu 50ml Blut pro Egelbiss.

Das Nachbluten ist sehr wichtig und ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Daher darf die Wunde auf keinen Fall fest abgebunden werden.

Die Kruste darf nicht abgekratzt werden und MUSS von selber abfallen.

 

PDF – Informationen zur Blutegeltherapie bei Tieren – Blutegeltherapie